Projekt "PAUL" Trinkwasserfiltersystem

(Paul im Einsatz in einer Schule in Kamerun)

RHA-setzt auf Nachhaltigkeit

Wir helfen nicht nur mit schnellen Rettungsmaßnahmen sondern sind in der humanitären Hilfe wie der Wasserversorgung direkt vor Ort tätig. Verschmutzes Wasser trägt in Not- und Katastrophengebieten immer wie dazu bei, daß Seuchen und schwere Krankheiten ausbrechen.

Prof. Dr. Ing. B. Frechen von der Universität Kassel hat für solche Fälle speziell PAUL entwickelt, der Wasserrucksack, ist eine tragbare Wasserfiltereinheit zum Einsatz in Not- und Katastrophensituationen.

Dort versorgt er Menschen mit sauberem Wasser. Die Anlage ist für den Fall gedacht, wenn aufwendigere Techniken samt Personal nicht oder nicht schnell genug die Hilfsbedürftigen erreichen können. Die Anlage kann betriebsfertig gelagert und ohne Aufwand leicht transportiert werden und ist immer sofort einsetzbar.

In vielen Teilen der Welt gefährden Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürme sowie Kriegen oder Terroranschlägen immer wieder die öffentliche Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.


Bis nationale oder internationale mobile Notwasserversorgungsanlagen aufgebaut und betriebsbereit sind, vergeht erfahrungsgemäß eine derart lange Zeit, dass sich die betroffenen Menschen in manchen Fällen mit Wässern zweifelhafter Qualität (Oberflächenwasser) versorgen.


Krankheitsausbrüche meist Durchfallerkrankungen - oder sogar das Ausbrechen von Seuchen, Epidemien und wasserbürtige Todesfälle - vor allem bei Kindern - sind dann meist die Folge.


Medikamente, Decken, Zelte, vor allem aber trinkbares Wasser, werden dann dringend und schnellstens benötigt, um eben die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.


Der Wasserrucksack, ist allerdings nicht zum Transport von Wasser bestimmt, sondern zu einer mobilen Vor-Ort-Aufbereitung von dort vorhandenem Wasser, z.B. aus Flüssen oder Brunnen.


PAUL bietet ohne weitere technische Hilfsmittel die Möglichkeit, Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen. Die Anlage ist einfach zu bedienen und kommt ganz ohne Fachpersonal und sogar ohne den Einsatz von Energie und Chemikalien aus.

PAUL kann ca. 400 Menschen (nach Sphere-Standards) in Katastrophengebieten ausreichend mit gefiltertem Wasser versorgen und trägt somit wesentlich zur Versorgung dieses lebensnotwendigen Bedürfnisses bei. Die tägliche Filtermenge liegt bei ca. 1.200 Liter Wasser.

Entscheidend ist auch, dass Paul sehr einfach und intuitiv zu bedienen ist und durch die Piktogrammbeschreibung selbst von Analphabeten verstanden werden kann.


Mehr zur Funktionsweise von PAUL:

PAUL enthält einen Membranfilter, der nicht nur Schmutz, sondern auch Bakterien mit einem Wirkungsgrad von über 99,999 % (Messung Institut Fresenius, E. coli und Coliforme) und Viren zu über 99,9 % (Messung Universität Bonn, Coliphagen) aus dem Wasser entfernt.

Der Druck des eingefüllten Wassers presst das Rohwasser durch die Membran und filtriert es somit. Danach kann man sofort am Ablaufschlauch gereinigtes Wasser entnehmen. Damit PAUL seine Lebensdauer von 10 Jahren erreichen kann, muss er alle paar Monate ausgespült werden. Dazu wird PAUL einfach komplett mit Wasser gefüllt und dann über den Bodenauslass entleert. Man benötigt also nur Wasser beispielsweise aus einem Brunnen oder einem Fluss und braucht kein Bedienungspersonal. PAUL kommt ganz ohne den Einsatz von Energie und Chemikalien aus.